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20.08.2018

Verschlafen Wirtschaft und Verwaltung die Digitalisierung?

Alles redet über die Digitalisierung; Symposien, Konferenzen jagen sich mit dem Ziel, die Leute für den digitalen Wandel zu sensibilisieren. Doch wie weit sind wir tatsächlich mit der «Digitalen Schweiz»? Weit entfernt, meint dazu ein Experte; denn der Wandel beginnt im Kopf, und damit tun wir uns Schweizer immer noch relativ schwer.

Sind wir dabei, die Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat zu verpassen? Wir sprachen darüber mit Roger Eric Gisi, Unternehmer und Gründer von Schweizer Experten- und Marktplattformen zu Cloud-Computing, IT- Sicherheit, CRM/ERP, Energie und Digitalisierung. In seinen Augen müssen schönen Worten auch (politische) Taten folgen. Seine 2014 gegründete Initiative «Digitale Schweiz» scheint notwendiger denn je zu sein.

Herr Gisi, geben Sie eine Einschätzung:
Wie «digital» ist die Schweiz nun?
Wo stehen unser Land und seine Wirtschaft?

Das ist natürlich eine grosse Frage zum Einstieg. Lassen Sie mich zwei Aspekte nennen. Erstens rühmt sich die Schweiz wegen ihres hohen Exportanteils, zu dem die ICT-Industrie beiträgt. Dabei führt man für diese wichtige Branche – sie ist grösser als Banken und Versicherungen zusammen – nicht einmal einen Branchenindex beim Bundesamt für Statistik. Zweitens: Es wird enorm viel Zeit investiert, um Studien zu erstellen, während im Ranking, gemäss OECD- Index, die Schweiz in vielen relevanten Themen zur Digitalisierung jährlich nach hinten abrutscht. Da hilft auch die aktuelle Hyperaktivität gewisser Kreise, in denen teils auch der Bund mitmacht, nicht wirklich. Digitalisierung braucht eine Strategie; auf allen Ebenen. Und dazu fehlt es an Leadern für den Wandel, den die heutige Technologie ermöglicht. Und da spreche ich nur von Informatik und noch nicht einmal von der Digitalisierung. Kurz: Ich mache eine mangelnde Weitsicht aus, und zwar bei politischen Instanzen, in allen staatlichen Strukturen sowie in sehr vielen Sektoren der Wirtschaft. Hätten wir seit ungefähr drei Jahren das Buzzword «Digitalisierung» nicht, wohl niemand würde sich um die Potenziale der Informationstechnologie zugunsten von Wirtschaft, Staat und Privatleben kümmern.

Da zeichnen Sie wahrhaftig ein düsteres Bild.
Was läuft denn schief? Oder anders gefragt: Besteht denn Hoffnung, die Kurve noch zu kriegen?

Zugegeben, das Erkennen von echten Veränderungen ist gar nicht so einfach. Blicken wir nochmals auf unser Parlament: Ist es denn so zusammengesetzt, als würde es an der Zukunftsfähigkeit der Schweiz in diesen Bereichen gestalten, diese wirklich antizipieren? Im Gegensatz zu manch Anderem ist die IT mit ihrem gesamten Ökosystem wirklich systemrelevant für unsere Volkswirtschaft. Haben Sie das schon einmal von einem Bundesrat gehört? Aus unserer Geschichte heraus betrachtet, mit all unserem Wachstum und Wohlstand, müssten wir bereits heute die führende Digital- Nation überhaupt sein. Düster ist, dass wir dies nicht sind. Lieber lassen wir zu nationalen Anlässen ausländische CEOs und Regierungsvertreter sprechen, oder unsere Bundesräte bewundern in anderen Ländern die Elektronische ID und Gesundheitskarten ... Da läuft doch einiges schief! Aber die Schweiz hat in ihrer Geschichte schon sehr viel Anpassungsfähigkeit bewiesen, teils auch ohne grossen Leidensdruck. Es besteht also durchaus noch Hoffnung.

Doch der Bund scheint in Sachen Digitalisierung durchaus Fortschritte zu machen?
Dieser Eindruck täuscht. Es wurden ein paar unkoordinierte, leider nicht systematisch fundierte Projekte gestartet; diese tragen aber eher «Hype-Charakter».

Zum Beispiel?
Sehen Sie: Bereits 2006 lagen verschiedenste Grundlagendokumente zur E-ID vor. Heute, mehr als zehn Jahre später, haben wir aber noch immer keine Lösung für die gesamte Volkswirtschaft. Als eine Folge davon sehe ich, dass das Parlament derzeit in komplett falsche Richtungen zielt. Dabei geht es hier um grundsätzliche Hoheitsaufgaben eines Staates, um eine Staatsinfrastruktur für eine neue Zeit! Ich vermisse hier das Engagement, die Einsicht und dann das Antizipieren neuer Themen für unsere herausfordernde neue Zeit. Da der Bund selber nicht aktuell ist, halten sich die Verantwortlichen in jeglichen Rollen leider zu stark zurück. Damals (2005) war die kontroverse Diskussion über die Konzeption und Ausgestaltung von E-ID noch in vollem Gange. Heute sind die konzeptionellen Grundlagen und Irrtümer sowie die Miss- und Erfolgsfaktoren weitgehend bekannt. Das heisst jedoch nicht, dass die Einführung und möglichst flächendeckende Nutzung von E-ID bei Online- Interaktionen und Transaktionen inzwischen Allgemeingut wären. Im Gegenteil: das Huhn/ Ei-Problem – wer bezahlt, wer profitiert? – lässt sich privatwirtschaftlich ebenso wenig lösen wie flächendeckende Anwendungen im Bereich E-Health.

Wie sähe denn ein Lösungsansatz für eine «Digitale Schweiz» aus? Und, wie müssen wir das anpacken, damit wir alle von der Digitalisierung profitieren können?
Zuerst sollten wir uns der Hindernisse auf diesem Weg annehmen. Das digitale Business und die digitale Gesellschaft sind nicht so einfach wie der Kauf neuester Technologie, denn sie erfordert bedeutende Veränderungen in den Systemen und in der Kultur. Für wirklich alles brauchen wir eine Art neues Betriebssystem. Bisher war ja nur eine kleine Anzahl von Unternehmen in der Lage, ihre digitalen Initiativen über die Experimentier- und Pilotphase hinaus erfolgreich zu skalieren. Das digitale Business erfordert neue Fähigkeiten, Arbeitsweisen, Organisationsmodelle und Kulturen – also ein vielfältiges Ökosystem permanenter Anpassung sowie kontinuierlichem Lernen und Experimentierens. Einigen Unternehmen wird dieser Wandel gelingen. Solche, die diese Veränderung nicht umsetzen können, werden zunehmend veralten und am Schluss ersetzt werden. Die Digitalisierung beginnt im Kopf, dann beim Management. Dass sie sowohl Ängste als auch Chancen auslöst, ist bekannt und mittlerweile in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik akzeptiert. Aber das Digitale ist seit den 1960er-Jahren unterwegs, die Geschwindigkeit und die Globalisierung haben rasant zugenommen. Es wird also schon lange an der Integration von digitalen Lösungen gearbeitet; je nach Bedarf, sprich Geschäftsnotwendigkeit. Es geht darum, wie wir die heutigen technologischen Möglichkeiten über die Vernetzung in Nutzen wandeln, also darum, wie die ICT unsere Geschäftsstrategie, unsere Businessmodelle und unsere Markt- und Kundenentwicklung unterstützen resp. verändern kann. Dabei muss der Kundennutzen und nicht die Technologie im Vordergrund stehen. Wir haben dazu das Modell «Digital Trust» entwickelt (siehe Grafik). Dieses hilft, als Roadmap die Digitalisierung über die Pilotphase hinaus im Unternehmen umzusetzen. Es zeigt auf, dass wir in allen Bereichen mehr Menschen und neue Kompetenzen benötigen. Vernetztes, offenes, kollaboratives und interdisziplinäres Denken ist gefordert. Also: mit neuem Management die Prozesse aus der Perspektive des Kundennutzens angehen. Das betrifft auch uns, die Bürger unseres Staates: Wir sind die zahlenden Kunden unseres Staates, der Wohngemeinde. Als kompetente Bürger im 21. Jahrhundert wollen wir nicht zwischen den Instanzen unseres föderalen Systems unterscheiden, sondern ein durchgehend realisiertes Digital Government nutzen und davon profitieren können.


Das Modell «Digital Trust» hilft, alle Hemmnisse auszuräumen und prozessartig die Digitalisierung aus Kundensicht aufzugleisen.

Roger Eric Gisi, Geschäftsführer von SEMP Schweizer Experten-
und Marktplattformen GmbH, hat die Initiative «Digitale Schweiz» gegründet mit dem Ziel, Führungskräfte, Entscheidungsträger und Opinion Leaders aus allen Bereichen zur Nutzung der Möglichkeiten zu motivieren, welche die digitale Transformation bietet. Anhand von Projekten, der Vernetzung von Kompetenz und Expertise und konkreten Lösungen sollen verschiedene Vorhaben angestossen werden. Die Plattform folgt einem offenen, kollaborativen Modell und steht allen Sektoren und Anwendungsfeldern offen.

Weitere Informationen:
www.DigitaleSchweiz.ch / www.DigitalSwitzerland.ch


von:  Thomas Berner / Roger Eric Gisi


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