12.07.2019

Trend: Vertikale Plattformen

IoT Analytics geht davon aus, dass sich der Markt für IoT-Plattformen künftig stark ausdifferenziert: "Breit ausgelegte Cloud-Plattformen, etwa die von Amazon Web Services und Microsoft, weisen ein exorbitantes Wachstum auf", berichtet Knud Lasse Lueth, Gründer und Chief Executive Officer von IoT Analytics. "Vertikale IoT-Plattformen spielten bislang die zweite Geige." Doch das ändert sich Lueth zufolge gerade. "Wir erwarten, dass sich neben horizontalen Ansätzen auch vertikale IoT-Plattformen etablieren werden, die auf spezielle Anwendungsbereiche zugeschnitten sind", so Lueth in seinen Prognosen für 2018.

Ein Grund für den Vormarsch vertikaler Ansätze ist, dass ihre Datenmodelle und digitalen Abbilder physischer Objekte (Digital Twins) darauf ausgelegt sind, Analysefunktionen optimal zu nutzen. Gleiches gilt für Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning, die im Zusammenhang mit IoT-Daten eingesetzt werden. Außerdem lassen sich vertikale IoT-Plattformen dazu nutzen, um branchenspezifische App-Stores aufzubauen, etwa in der Industrie.

Die Vielzahl der Plattformen macht Probleme
Zu den größten Problemen, mit denen sich Nutzer von IoTPrivate Business Cloud auseinandersetzen müssen, zählt die Vielzahl der Plattformen. Wer die falsche Wahl trifft, kann sich leicht ins Abseits katapultieren, etwa wenn ein Anbieter einer IoT-Plattform diese einstellt oder insolvent wird.

Nils Herzberg von SAP sieht die Vielfalt an Lösungen dennoch eher positiv: "Konkurrenz belebt das Geschäft, und unsere Kunden brauchen eine Auswahl an Optionen." Das gilt seiner Einschätzung nach auch für die IoT-Angebote von Software-Häusern und Cloud-Service-Providern auf der einen Seite und Telekommunikationsfirmen auf der anderen.

Denn auch Mobilfunk-Firmen wie Deutsche Telekom, AT&T, Vodafone und Telefónica O2 wollen beim IoT mitmischen. "In der Software-Branche lebt man immer im Bereich von 'Coopetition'. So hat SAP auch gute Partnerschaften mit UnternehmenPrivate Business Cloud aus diesem Bereich", sagt Herzberg. "Auf dem diesjährigen ,Mobile World Congress‘ in Barcelona hat SAP etwa eine Vertiefung seiner Partnerschaft mit der Deutschen Telekom im Bereich IoT angekündigt."

Kernfrage Sicherheit
Einer der Knackpunkte bei IoT generell und somit auch bei den IoT-Plattformen ist die Sicherheit von Daten und Anwendungen. Denn Daten von Werkzeugmaschinen, Turbinen oder Fahrzeugen eines Herstellers sind für Konkurrenten durchaus von Interesse. Solche InformationenPrivate Business Cloud lassen etwa Rückschlüsse auf Fertigungsprozesse oder Produktentwicklungen zu.

"Da IoT-Plattformen systembedingt diverse Zugriffskanäle besitzen, die für einen Angriff genutzt werden können, sollte ein zentraler, überwachter Zugriffskanal für kritische Daten eingerichtet werden, der besonders geschützt ist", fordert Siegfried Wagner Geschäftsführer von in - Integrierte Informationssysteme GmbH, einem IT-Dienstleister mit Kunden aus der Industrie. Für Wagner ist der unautorisierte Zugriff auf Daten oder Anlagensteuerungen von außen eines der größten Sicherheitsrisiken. Daher sollten Nutzer von IoT-Diensten darauf achten, dass sensible Daten vor der Übermittlung anonymisiert werden.

Eine vergleichbare Haltung nimmt Stefan Ried ein, IoT-Experte bei der Unternehmensberatung Crisp Research. Er geht davon aus, dass im laufenden Jahr in etlichen Unternehmen bereits sensible Daten von Sensoren oder IoT-Endgeräten entwendet wurden. Wer unreife IoT-Lösungen und -Plattformen einsetze, spiele mit Image und Existenz des Unternehmens. Letztlich, so Ried, müsse sich in Unternehmen eine neue Generation von "Data Security & Privacy Officers" etablieren, die auch das Thema IoT "auf dem Radar" habe. Dies umso mehr, als auch IoT-Daten unter die seit Mai 2018 geltende DSGVO fallen.
Quelle und gesamter Artikel: internetworld.de
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von:  Internet World Business


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