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24.09.2014

Lernen mit Big Data? Nein – keine Zukunft; es ist (wäre) Realität

Lernen mit Big Data*. Sequenzen, Anregungen für ein mutiges Nachdenken über das Schweizer Bildungssystem.

Demokratisierung des Bildungszugangs – auch dafür steht Cloud-Computing und Big Data. Aber zuerst zum Lernen mit Big Data. Es hilft den Lehrern zu ermitteln, was am Effektivsten ist. Ihre Tätigkeit wird dadurch nicht überflüssig, sondern produktiver und vermutlich auch befriedigender. Schulverwaltung und Bildungspolitiker können zu geringeren Kosten den Menschen höhere Bildungschanchen bieten. Faktoren – um auch die sozialen Gefälle in der Gesellschaft auszugleichen.

Die Einführung von Big Data ins Lernen zwingt uns, eine ganze Reihe pädagogischer Annahmen in Frage zu stellen. Stundenplan und Schuljahr; nur zwei Beispiele. Wenn wir also Big Data angehen, müssen wir uns schon im voraus fragen, ob wir bereit sind, zu akteptieren, was wir entdecken – und auch danach handeln (werden/können/wollen). Denn. Big Data ist imstande, unser gesamtes Bildungssystem zu erschüttern. Und – es wird so passieren, früher – oder später.  Dazu zwei Beispielfragen. Schon die Frage 1 „Wie lernen Menschen am Besten?“ ist falsch gestellt. Es geht künftig ganz stark darum, Frage 2  „… wie welcher Mensch am Besten lernen kann?“

Lehrplan 21 – oder so? Nein. Die wichtigste Eigenschaft individualisierten Lernens ist die ihm innewohnende Dynamik. Die Lerhmittel verändern sich und passen sich umso besser an, je mehr Daten gesammelt, analysiert und in Feedback verwandelt werden. Das heisst denn auch, dass wir über das Feedbackverhalten die Individualisierung immer weiter treiben und in die Schulungsgrundlagen einfliessen lassen können. Da wir so viel Feedback von so vielen Schülern zusammentragen werden, können wir die Individualisierung immer weiter treiben und die Daten auch zu Zwecken nutzen, an die wir beim Sammeln noch gar nicht gedacht haben. Big Data ist also imstande, unser Bildungssystem so zu erschüttern, dass es sich transformieren kann. Und genau das wird passieren.

Der Wandel
Mit Big Data gewinnen wir einzigartige Erkenntnisse darüber, wie »der Mensch« lernt, aber vor allem, wie jeder Einzelne von uns Wissen erwirbt. Big-Data-Vorhersagen werden immer präziser und detaillierter, und so dürfen wir den Wahrscheinlichkeiten, auf denen unsere Entscheidungen aufbauen, auch immer mehr Vertrauen schenken. Aber – was ist mit dem Umgang mit den Daten?

Unternehmen wis­sen schon lange, dass Feedback und Informationen für die Quali­tätssicherung von Spezialisten gesammelt werden sollten, die gera­de kein subjektives Interesse an einem bestimmten Ergebnis haben. Sonst kann es leicht zu Verzerrungen kommen. Deshalb wird die Qualitätskontrolle oft in separate Abteilungen ausgelagert, die den Auftrag haben, die Lage so darzustellen, wie sie ist, und nicht so, wie das Management sie gerne hätte. Um das zu erreichen, haben Unternehmen die Verantwortlichkeiten und Datenflüsse in ihren Organisationen entflochten. Im Bildungssektor haben wir keine vergleichbare Entwicklung er­lebt. Tatsächlich hat sich das System über Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Selbst die grundlegendsten Prinzipien des Erzie­hungswesens werden kaum infrage gestellt: Der Schultag und das Schuljahr folgen immer noch dem Zyklus des Landlebens, der für die moderne Industriegesellschaft kaum noch von Bedeutung ist. Der Unterricht ist in Stunden unterteilt, die – wie früher die Fabrik­schichten – und – wer dies nicht glaubt, kann einfach bei Anno 1914 reinschauen (http://www.srf.ch/sendungen/die_fabrik/fragen-und-antworten-zum-projekt-anno-1914-die-fabrik) - durch eine Glocke ein- und ausgeläutet werden.

Ob das die effektivste Art ist, noch heut – sich den Stoff anzueignen, spielt  keine Rolle. In manchen Klassen sind digitale Geräte verboten – lese Kanton Thurgau – und die sind teils auch noch stolz darauf; gearbeitet wird nur auf Papier. Einem Kind, das sonst über Social Media und Spie­le mit Mitschülern und anderen Menschen interagiert, muss unsere Schule wie eine umständliche, antiquierte Parallelwelt erscheinen. Und Daten lassen sich so natürlich auch nicht einfach sammeln und auswerten.

Die Changes für das Bildungssystem
Der Grund dafür ist nicht einfach die Digi­talisierung der bestehenden Bildungsangebote – für zum Beispiel grössere Verfügbarkeit und niedrigere Kosten. Vielmehr wandelt sich das System, weil wir beim digitalen Lehren und Lernen Daten sammeln können, an die wir früher nicht herangekommen sind. Big Data macht es möglich, die Erzeugung der Daten von ihrer Verarbeitung und Nutzung zu trennen, also die Bildung informationell zu entflechten: Wir ver­wandeln Schulen und Schulbücher in Datenplattformen, um das Lernen zu verbessern. Der sich anbahnende Wandel wird als Erstes die Universitäten und andere Einrichtungen der tertiären Bildung ereilen. Dort ist die Zielgruppe reifer und daher besser imstande, sich aus dem präsen­tierten Lehrstoff das Brauchbare und Notwendige anzueignen. Ge­nau das macht Lernen schliesslich aus. An der Universität ist die Er­wartung an die Didaktik niedriger als die Erwartung an die Inhalte; daher werden selbst bescheidene Verbesserungen der Lehre dank­bar aufgenommen.

Einige Spitzeneinrichtungen haben das schon verstanden. Eine hochklassig besetzte Projektgruppe zur Zukunft des MIT hat im November 2013 einen Vorbericht veröffentlicht, in dem edX zum zentralen Bestandteil der Strategie erklärt wird, mit der das MIT seine institutionelle Bedeutung erhalten will. Und die grossen Universitäten könnten sich als Hybrid-MOOCs neu erfinden, da sie mit der Verwaltung zahlreicher Studenten bestens vertraut und damit für das Angebot individualisierten Massenunterrichts ge­wappnet sind.

Andere Spitzenuniversitäten könnten sich dagegen schwerer tun. Sie sind zu klein, um ausreichend Daten zu generieren, und ihre bewährten, aber beschränkten analogen Methoden zur Individua­lisierung der Lernerfahrung werden in der Ära von Big Data un­zureichend sein. Wie kleine unabhängige Buchläden werden sie ums Überleben kämpfen. Natürlich werden nicht alle verschwin­den; auch einige unabhängige Buchhandlungen konnten Amazons Onlinevorteil bis jetzt wettmachen. Aber sobald Big Data zuschlägt, müssen sie einiges anders machen. Und diese gewaltige Flutwelle wird später auch an die Küsten der weiterführenden Schulen und schliesslich der Grundschulen schwappen. Keine traditionelle Bil­dungseinrichtung bleibt verschont.
Einige vorausdenkende Schulen reagieren darauf, indem sie sich das E-Learning zu eigen machen – nicht wegen der Vorteile des On­lineunterrichts an sich, sondern weil sie den Wert der so generier­ten Daten erkannt haben. Die Nutzung der Feedback-Daten, die In­dividualisierung des Unterrichts und das Bauen auf Vorhersagen mittels Wahrscheinlichkeiten steigern die schulischen Leistungen einfach ganz erheblich.

Lernen in Zukunft; wie wird das Lernen morgen also aussehen? Ein bisschen wie die Trends, die wir heute im Kleinen schon erkennen, nur in grossem Stil. Die Daten werden vermutlich unabhängig vom Unterrichten generiert werden. Die Grundidee ist, dass Daten über die Art, wie wir lernen (und nicht nur darüber, wie wir in gelegentlichen be­noteten Tests abschneiden), kontinuierlich gesammelt und ana­lysiert werden. Sie werden nicht nur den Lehrern, sondern auch den Schülern, Eltern und Schulverwaltungen zugänglich sein. Das Lehrmaterial wird algorithmisch auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnitten; dank individueller Stoffabfolge und Geschwindig­keit lernen sie so effektiv wie möglich. Ausserdem wird das Material selbst ständig verbessert.
Die Schulen werden faktisch zu Keimzellen eines Big-Data-Öko­systems. Womöglich wird die Fähigkeit einer Bildungseinrichtung, durch Datennutzung schulische Leistungen zu verbessern. Die Erschliessung von Daten für Bildungszwecke macht neue Or­ganisationen und innovative Geschäftsmodelle zur Analyse der In­formationen und zur Umsetzung der Erkenntnisse möglich. Dieser Raum für echte Innovation wird sich noch vergrössern, weil beste­hende Einrichtungen zwar die ganzen Daten haben (oder diese re­lativ einfach sammeln können), aber derzeit nicht verstehen, diese Daten auch effektiv zu nutzen. Daher wird der Bildungssektor von neuen Anbietern durcheinandergewirbelt werden.

Doch um in diese Zukunft einzutreten, müssen wir ein Hindernis überwinden, das noch viel problematischer ist als Schulbehörden und Lehrergewerkschaften. Es sind die dunkle Seiten von Big Data im Bildungswesen. Die Allgegenwärtigkeit von Daten aus un­serer Vergangenheit und das Vertrauen auf probabilistische Vorher­sagen, die unser Schicksal unfair bestimmen und uns einer offenen Zukunft berauben können, haben gravierende Auswirkungen auf die Privatsphäre und die menschliche Freiheit.

Die Folgen – Antworten auf die Gefahren; lesen Sie hier – oder PDF by rgisi(at)gisi.ch anfordern.

(*Quelle; lose Sequenzen aus http://www.cloud-finder.ch/wissen/literatur/lernen-mit-big-data-die-zukunft-der-bildung.html)




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