08.11.2019

Darum kommt kein Manager an der Multi-Cloud vorbei

Stets die optimale Anwendung für jeden Zweck nutzen: Wie Unternehmen mit der Multi-Cloud agiler und innovativer werden.
Cloud-Computing hat sich vom Spezialthema für IT-Experten zu einem Motor für datengetriebene Geschäfte und Innovationen entwickelt. Rund 200 Milliarden US-Dollar investierten Unternehmen weltweit im vergangenen Jahr in die Technik. 2019 dürften es den Analysten des Marktforschungsinstituts Gartner zufolge rund 240 Milliarden US-Dollar sein. Kern ist dabei immer öfter die sogenannte Multi-Cloud. Mit ihr lassen sich die Dienste und Plattformen unterschiedlicher Anbieter parallel nutzen. So können Firmen verschiedene Public-Cloud-Anwendungen wie Speicherkapazitäten, Datenbanken und Softwarelösungen in einer großen Cloud zusammenfassen. Auch Private Clouds, also solche, die das Unternehmen intern nutzt, lassen sich einbeziehen. Einer der Vorteile: Firmen können für jeden genutzten Dienst den - etwa nach Sicherheits- oder Kostenaspekten - besten Anbieter auswählen.

Daten werden zu Wissen
Beispiel Datenmanagement: Bis 2025 prognostizieren die Marktforscher von IDC einen Zuwachs des weltweiten Datenaufkommens auf 175 Zettabytes - auf DVDs gespeichert würden sich diese zu 23 Stapeln von der Erde bis zum Mond aufreihen. 80 Prozent dieser Daten werden der Studie zufolge bis dahin von Unternehmen erzeugt, die Hälfte davon in Public-Cloud-Umgebungen gelagert. Das Problem: Die meisten Firmen können nicht einmal ein Prozent ihrer Daten analysieren. Ein Grund ist, dass Datenbestände oft wie in Silos unabhängig voneinander an verschiedenen Orten existieren. Hohe Speicherkosten können ebenfalls die Ursache sein, dass Daten intern nicht verfügbar gemacht werden. Oder Nutzer können wegen einer veralteten Infrastruktur nicht gleichzeitig auf verschiedene interne oder externe Wissensspeicher zugreifen. Nicht zuletzt kann eine Analyse der Daten unmöglich sein, wenn sie inkompatible Formate aufweisen oder Metadaten nicht zueinander passen.

Unternehmen müssen daher definieren, welche Daten strategische Bedeutung haben. Neben der Harmonisierung technischer Aspekte ist es wichtig, auch Fragen der Zugriffsrechte klar zu regeln. Eine Multi-Cloud-Strategie hilft dabei, diese Herausforderungen firmenübergreifend zu lösen.

Flexibilität führt zu Innovation
Der Vorteil für Firmen: Sie können schneller und agiler auf Änderungen ihrer Geschäftsprozesse reagieren - und sich an wandelnde Kundenbedürfnisse anpassen. In einer effizient organisierten Multi-Cloud lassen sich beispielsweise Software und Services von externen IT-Dienstleistern einfach nutzen. Nutzer füllen dann zum Beispiel ein Webformular aus anstatt für jede Anfrage ein Meeting einberufen zu müssen. "So können Entwickler und Projektleiter schneller, effizienter und frei von infrastrukturellen Zwängen arbeiten. Ein solches 'Application-Down'-Modell fördert Innovation deutlich stärker als die klassische 'Infrastructure-Up'-Methode", sagt Christian Anderka, Enterprise Sales Director bei Intel.

Eine Infrastruktur, die Pfadabhängigkeiten folgen muss, bremst nicht nur Innovationen und kundengerechte Anpassungen des Geschäftsmodells. Sie kann auch zur Abhängigkeit von Anbietern der Cloud-Dienste führen. Mit der Multi-Cloud hingegen können Firmen den gleichen Service von mehreren Cloud-Anbietern nutzen. So sind sie unabhängiger.

Führungskräfte sollten sich vergegenwärtigen, welche Bedeutung verschiedene Anwendungen für die Geschäftsprozesse des Unternehmens haben und Fragen beantworten wie: Ist eine Software notwendig? Gibt es sie als Standard-Anwendung und lässt sie sich überhaupt in die Cloud auslagern? Handelt es sich um eine strategische Software und beeinflusst ihr Einsatz sogar das Unternehmensergebnis?

Bei der Beantwortung kann es helfen, mit erfahrenen Anbietern zusammenzuarbeiten. Der IT-Dienstleister Intel beispielsweise beschäftigt rund 15.000 Software-Entwickler, die tausende Anwendungen auf Kompatibilität mit der konzerneigenen Hardware-Technologie prüfen. Im Ergebnis ermöglicht dies einen raschen Wechsel zwischen der firmeneigenen Private und der Public Cloud. Aber auch die Migration zwischen verschiedenen Cloud-Dienstleistern wird effizient gewährleistet, was die Service-Qualität durch die Wahl passender Dienstleister erhöht.

Strategie und Kosten ergänzen sich
Zudem können Unternehmen Kosten senken. Dies setzt allerdings voraus, dass das Management schon bei der Planung der IT-Architektur weiß, welche geschäftskritischen Daten im Unternehmen selbst gespeichert werden oder via Echtzeit-Datenbank zur Verfügung stehen müssen - und bei welchen Daten günstigere Speichermethoden die richtige Wahl sind.

Wie eng Kosten in hybriden Cloud-Umgebungen mit strategischen Optionen verknüpft sind, zeigen die Prozesse moderner Entwicklerteams. Für diese kann es sinnvoll sein, eine auf Big Data, Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen getrimmte Anwendung zunächst kostengünstig in der Public Cloud zu entwickeln und zu testen. Die spätere Anwendung kann dann operativ lokal auf den firmeneigenen Servern laufen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, warum Entscheider die Rechnung nicht ohne die Multi-Cloud machen sollten.
Quelle und gesamter Artikel: manager-magazin.de


von:  Manager Magazin - 21.10.2019


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