05.11.2020

9 strategische Top-Technologie-Trends für 2021

Internet der Verhaltensweisen, Cyber-Security-Netze und Hyperautomation: Das sind nur einige der strategischen Top-Technologie-Trends, die Gartner für 2021 identifiziert hat.

Auch im Covid-19-Pandemiejahr hat das Marktforschungsunternehmen Gartner die wichtigsten strategischen Technologie-Trends identifiziert, auf die sich Unternehmen in den nächsten Jahren vorbereiten sollten. Eines erscheint bei den meisten Trends als Hintergrundkulisse: Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird die IT-Verantwortlichen in Firmen weiterhin herausfordern, zumal sie besonders mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den absehbaren ökonomischen Folgen zu kämpfen haben werden.

Gartner-Marktforscher Brian Burke spricht in diesem Zusammenhang von «operationeller Belastbarkeit», die es zwischen den Unternehmensabteilungen nun braucht. Dies setzt laut Burke eine gewisse Verformbarkeit der organisationellen Strukturen in Firmen voraus. «Gartners strategiesche Top-Technologie-Trends für 2021 machen diese Plastizität möglich», meint er. Technologisch sind dabei drei Dinge hervorzuheben: Nutzerorientiertheit, Ortsunabhängigkeit und verlässliche Bereitstellung.

Mit diesen Konzepten im Hintergrund, identifiziert Gartner folgende strategischen Top-Technologien für das kommende Jahr:

1. Internet der Verhaltensweisen oder Internet of Behaviors (IoB)
Techniken wie Gesichtserkennung, Ortsverfolgung (Tracking) und Big Data nehmen gemäss Gartners Burke ständig zu. Diese werden darüber hinaus zunehmend mit weiteren Informationen verknüpft, etwa zu Einkäufen und zur Gerätenutzung. Diese Daten – Gartner spricht schon fast poetisch vom «Datenstaub des Lebens» – werden künftig von Firmen und Organisationen zunehmend verwendet werden, um das menschliche Verhalten zu beeinflussen. Deshalb sieht Gartner im Internet der Verhaltensweisen oder kurz IoB einen massgeblichen Trend für 2021.Gartner nennt in seiner Prognose ein Beispiel in Bezug auf die derzeitige Covid-19-Pandemie. Mit Hilfe der Informationen von diversen Sensoren oder von RFID-Chips könnten Unternehmen feststellen, ob die Mitarbeitenden eines Betriebs sich regelmässig die Hände waschen und desinfizieren. Mit Gesichtserkennung könnte überprüft werden, ob Mundnasenmasken korrekt getragen werden. Und smarte Lautsprecher könnten Fehlbare auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln hinweisen.

Im Zusammenhang mit dem IoB vermeidet Gartner den Begriff der Überwachung, auch wenn es bei diesem Trend darauf hinauslaufen dürfte. Immerhin weisen die Marktauguren auf ethische und soziale Begleiterscheinungen hin, die bezüglich Datenschutz problematisch sein und je nach Region die Umsetzung des IoB-Trends einschränken könnten.

Als Beispiel nennt Gartner Fitness-Tracker. Deren Daten könnten nicht nur von Krankenversicherungen verwendet werden, um die körperlichen Aktivitäten der Benutzerinnen und Benutzer aufzuzeichnen und bei gesundem Verhalten Prämien zu reduzieren. Kombiniert mit Daten aus dem Supermarkt, könnten sie auch dazu missbraucht werden, beim Einkauf ungesunder Waren die Prämien zu erhöhen.

Ob nun durch Privacy-Bedenken und Datenschutzregeln gebremst oder nicht: Gartner geht in seiner Prognose davon aus, dass bis Ende 2025 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mit einem IoB-Programm konfroniert werde, sei es privat, kommerziell oder staatlich.
Quelle und gesamter Artikel: computerworld.ch


von:  Jens Stark - computerworld.ch


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