07.05.2018

Regierung will bis Ende Jahr bundesweite Hybrid-Cloud-Strategie

Der Masterplan des ISB lässt die Grösse des ERP-Projekts des Bundes erahnen und zeigt ein Priorisierungspaket.
 
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung den aktualisierten Masterplan zur Umsetzung der laufenden IKT-Strategie für die Jahre 2016 bis 2019 gutgeheissen. Der Masterplan des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) wird jedes Jahr nachgeführt und nennt prioritäre Massnahmen in drei Stossrichtungen: Geschäftsausrichtung, Steuerung und Führung sowie Leistungserbringungen.
 
Die Stossrichtung "Leistungserbringung" wird weiterhin bestimmt durch den Aufbau eines RZ-Verbundes. Dieses seit 2012 verfolgte Ziel steht laut neuem Masterplan "vor der Verwirklichung". So soll bis Ende Jahr die Migration für das 242-Millionen-Projekt RZ "Campus" fertig geplant sein, damit Anfang des nächsten Jahres mit dem Umzug begonnen werden könne.

Im Zuge der Realisierung des Verbundes soll zudem die Strategie und Zielarchitektur einer "Hybrid-Cloud des Bundes" bis Ende 2018 festgelegt werden. Dabei wird erörtert, welche Public- und Private-Cloud-Infrastrukturen und -Plattformen, welche Typen von Anwendungen und Diensten genutzt werden sollen, sowie auf welche Art und Weise diese entwickelt und bereitgestellt werden sollen.
 
Neue Meilensteine: ERP-Projekt und Strategieplanung bis 2023
Vier sogenannte Meilensteine des Masterplans hätten wie vorgesehen bis Ende des ersten Quartals 2018 abgeschlossen werden können, schreibt das ISB in einer Mitteilung. So wurde etwa die Einführung von UCC ganz abgeschlossen, nachdem dies letztes Jahr schon weit fortgeschritten war.
 
Zwölf bereits geplante Meilensteine sind noch offen und vier wurden neu definiert. Zu den neuen zählt die Initialisierung der Umsetzungsprogramme zur "Strategie ERP-IKT 2023". Für die Studien und Funktionsanalysen der beiden Programme "Superb23" für den zivilen Bereich und "Erpsysvar" für das Militär, rechnet das ISB mit rund 8900 Personentagen. Ziel des Projektes: Ein genehmigter Programmauftrag für "Superb23", etablierte und operative Programmorganisationen sowie Steuerungs- und Sourcing-Modelle für "gemeinsam genutzte ERP-Dienste". Dies soll bis zum ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Zwei Quartale früher soll die ERP-IKT-Strategie bis 2023 stehen. Die Kosten für die Ablösung der ERP-Systeme dürften sich auf rund 800 Millionen Franken belaufen, rechnete die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) Ende März in ihrem Jahresbericht.
 
Ebenfalls neu wurde der Meilenstein "strategische Informatikplanung Stufe Bund" definiert. Bei diesem wird die bundesweite IKT-Strategie für die Jahre 2020 bis 2023 erneuert und an die Strategie "Digitale Schweiz" sowie die Erneuerung der E-Government-Strategie Schweiz angepasst. Basierend auf Erfahrungswerten rechnet das ISB für Aufbereitung, Analyse und Strategiefindung mit rund 600 Personentagen.
 
Sourcing und Digitalisierung der Verwaltung
Die Leitlinien der IKT-Sourcing-Strategie, in denen es um die hybride Cloud, Fachanwendungen sowie auch die Beschaffung mit Werkverträgen, Aufträgen und Personal geht, wurde im März wie geplant abgeschlossen. Bis Ende nächstes Jahr sollen nun in der nächsten Etappe die "detaillierte Ausgestaltung der Sourcing-Steuerung entlang der Sourcing-Leistungskategorien" bestimmt werden.
 
Die Digitalisierung der Verwaltung ist weiterhin ein Kernthema der IKT-Strategie für die Jahre 2016 bis 2019. Demnach sollen innerhalb der Bundesverwaltung prioritäre Digitalisierungsthemen und -vorhaben identifiziert werden sowie der Dialog zwischen Geschäftsbereichen und Informatikbereich geführt werden, wie es im Masterplan heisst. Dies soll auch in den Jahren 2020 bis 2023 vertieft fortgesetzt werden.
 
Der Masterplan ist Grundlage für die bundesweit koordinierte Umsetzung der IKT-Strategie, die auf amts- und departementsübergreifende Informatik-Themen ausgerichtet ist. Erstellt wird er vom ISB, zusammen mit den Departementen und der Bundeskanzlei. (ts/sda)
Quelle: inside-it.ch




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