04.06.2019

KI entlarvt Schummler

Immer mehr Studenten und Schüler lassen wichtige Arbeiten von anderen schreiben. In Zukunft könnte eine KI von Forschern der Universität Kopenhagen dem einen Riegel vorschieben. Denn das - nach den Auftragsschreibern - "Ghostwriter" genannte System erkennt mit 90-prozentiger Genauigkeit, ob eine Arbeit auch wirklich vom angeblichen Verfasser stammt. Die Technologie könnte zudem helfen, Fälschungen von Dokumenten zu erkennen oder Twitter-Bots zu entlarven.

Aus Schulen rund um die Welt ist bekannt: Steigender Leistungsdruck führt zu mehr Schummeln. In Dänemark kommt daher die Plattform "Lectio" des Unternehmens Macom zum Einsatz. Diese sucht in wichtigen schriftlichen Arbeiten nach offensichtlichen Plagiaten in Form von direkt aus früheren Arbeiten kopierten Textstellen. "Das Problem ist, wenn jemand bezahlt wurde, um eine Arbeit zu schreiben, wird Lectio das nicht erkennen", meint der Informatik-Doktorand Stephan Lorenzen. Er hat an der neuen KI mitgearbeitet, die verspricht, von Ghostwritern verfasste Arbeiten auch wirklich als solche zu erkennen.

Um das zu ermöglichen, sucht das System stilistische Abweichungen zwischen der aktuellen Arbeit und früheren Arbeiten eines Schülers. "Neben anderen Variablen betrachtet das Programm Wortlänge, Satzstruktur und wie Wörter genutzt werden", erklärt Lorenzen. Das umfasst auch, ob und wie Abkürzungen genutzt werden. Die Basis für die KI bilden dabei Maschinenlernen und neuronale Netze. Als Trainingsdatensatz hat Macom 130.000 Arbeiten von 10.000 Schülern verfügbar gemacht. Das vorerst als Forschungsprojekt gedachte "Ghostwriter" erkennt nun zu fast 90 Prozent genau, ob eine Arbeit vom angeblichen Urheber oder eben einem Ghostwriter stammt.
Quelle: ictk.ch




SOCIAL NETWORKS