23.07.2012

IT Kostenwahrheit im Zeitalter der Cloud

René Kuechler, CEO one source ag

Vermutlich gibt es nach wie vor viele Unternehmen, in welchen die IT grundsätzlich als Kostenfaktor gesehen wird. Richtig eingesetzt, verdient die IT jedoch sicherlich einen anderen Status. Auch wenn vielfach der Weg zum Business-Driver und zum Erfolgsfaktor schon noch ein rechtes Stück ist.

Kosten spielen aber so oder so natürlich stets eine wichtige Rolle. Gerade auch im Zeitalter von Cloud-Angeboten. Doch genau hier liegt die Krux an der Sache. Spielt ein Unternehmen mit dem Gedanken, die IT oder zumindest Teile davon extern aus der Cloud zu beziehen, werden selbstverständlich Kostenvergleiche angestellt. Beim Abwägen ob interne IT besser und / oder günstiger ist als ein Cloud-Service, vergleicht man aber oftmals Äpfel mit Birnen.

Während beim Cloud-Angebot die Kosten in der Regel sehr transparent sind und auch Nebenkosten wie Energie, Support, etc. mit eingerechnet sind, sieht es bei der internen IT sehr oft anders aus. Da gehen schon mal verschiedene versteckte Kosten unter oder sind schlicht nicht bekannt oder kalkulierbar. Zur Kostenwahrheit gehören aber eben auch Mietkosten (bsp. fürs RZ / für den Server-Raum), Energiekosten (Strom, Kühlung) und der interne wie auch externe Support. Eine interne, eigene IT-Infrastruktur muss über einen definierten Zeitraum abgeschrieben werden bzw. wiederum erneuert werden und Software-Versionen gilt es laufend up to date zu halten.

Schliesslich hinkt der Vergleich aber möglicherweise auch dann noch, wenn all diese Kosten ebenfalls berücksichtigt wurden. Eine externe Lösung garantiert eine definierte Verfügbarkeit. Daher basieren die entsprechenden Services meist auf vollredundanten und somit hochverfügbaren Infrastrukturen. Ein externes Cloud-RZ ist typischerweise mit redundanter Kühlung und auch mit einer Notstromversorgung ausgerüstet. Ist all dies auch bei der internen Lösung vorhanden? Wurde dies auch mitgerechnet?

Im Fall eines Ausfalls beispielsweise mangels Redundanzen bei der internen Infrastruktur kommen weitere Kosten hinzu. Dieses Risiko gilt es also ebenfalls mit zu berücksichtigen.

Steht diese Vollkostenrechnung erst einmal und herrscht echte Kostenwahrheit, dann erschreckt wohl manch ein IT-Verantwortlicher. Die ach so günstig geglaubte Inhouse-IT entpuppt sich zur Kostenfalle und zum teuren Betriebsmodell.

Natürlich sind Cloud-Angebote nicht in jedem Fall günstiger oder besser. Viel wichtiger als die reine Kostenbetrachtung ist daher eine sorgfältige Analyse der Anforderungen und der Risiken. Erst dann lässt sich ein sorgfältiger und somit richtiger Entscheid fällen pro oder contra Cloud.


René Kuechler, CEO one source ag


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