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04.04.2014

Das "Internet of Everything" Paradigma – Grundlage der Digitalen Ökonomie

Das Internet der Dinge und die aktualisierte Ausprägung, das Internet of Everything, waren bisher nur Ideen. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo diese Ideen Gestalt annehmen und zu einem substanziellen Wirtschaftsfaktor werden. Sinkende Preise für neue Technologien, Entwicklungen in komplementären Bereichen wie Cloud Computing, mobile Devices und mobile Applications haben zum Siegeszug des Internets beigetragen und das Internet of Everything geschaffen.

Das zum neuen Paradigma stilisierte "Internet of Everything" ist auf Basis des grossen Potentials an wirtschaftlichem Mehrwert, der generiert werden kann, zur Grundlage der digitalen Ökonomie geworden. Das "Internet of Everything" Paradigma postuliert, dass neue Geschäftsmöglichkeiten und ein wirtschaftlicher Mehrwert geschaffen werden kann, im Mass, wie immer mehr Menschen mit dem Internet verbunden sind, immer mehr Prozesse über das Internet abgewickelt werden, immer mehr Daten und Informationen über das Internet verfügbar und immer mehr Sensoren und Devices am Internet angeschlossen sind. Gemäss Einschätzung der Gartner Group birgt die Entwicklung des Internet of Everything ein grosses wirtschaftliches Wachstumspotential (http://www.gartner.com/newsroom/id/2621015).

Das Internet of Everything wird sich gemäss Gartner wirtschaftlich auf drei Ebenen mit fundamentalen Veränderungen auswirken:

Ebene 1 "Business Prozess"
Auf Ebene 1 bewirkt digitale Technologie eine Verbesserung von Produkten,  Services und von Prozessen. Weiter ermöglicht die Nutzung digitaler Technologie auch eine raschere Entwicklung von neuen Produkten und eine bessere Interaktion mit Kunden.

Ebene 2 "Business Modelle"
Im Mass wie Firmen ihre Produkte, Services und Prozesse digitalisieren, wird auch eine neue Art von Geschäftsmodellen ermöglicht.  Gartner rechnet damit dass verschiedene Industrien mit der Entwicklung der Digitalisierung der Ökonomie fundamentale Veränderungen erfahren werden. Wie transformativ und disruptiv neue digitale Geschäftsmodelle sein können, hat Apple schon vor einigen Jahren eindrücklich mit der Lancierung von iTunes vorgeführt, was zur Transformation der ganzen Musikindustrie geführt hat. Und das war erst der Anfang. Für den Gartner Analysten Hung LeHong sind Nike mit connected Sportbekleidung, welche beginnen das Gesundheitswesen zu transformieren und Google mit der visiblen Präsenz in autonomen Fahrzeugen die nächsten Beispiele von Industrietransformation.

Ebene 3 Business Moment
Die dritte Ebene der digitalen Neu-Erfindung, von Gartner als “Business Moment” bezeichnet, entsteht durch die Anforderung mit Akteuren zu konkurrieren, die mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit neu in der Geschäftswelt auftauchen. Hung LeHong nennt als Beispiel Hotelketten wie Hilton, Hyatt und Starwood, welche in der früheren e-Commerce Phase von Brokern wie Hotels.com konkurrenziert wurden und nun neu von Firmen wie AirBnB attakiert werden, die mit einem neuartigen digitalen Geschäftsmodell auf dem Markt kommen und freie Betten in den Privathäusern ihrer Kunden zur Übernachtung anbieten. Gemäss LeHong  kann ein Business Moment von irgendwoher – auch aus dem Nichts – kommen und wie ein Blitz aus heiterem Himmel überall auftauchen und bezüglich Produkten, Services Zeitrahmen und Wettbewerb in ganz neuer noch nie dagewesener Gestalt daher kommen.

Die Digitale Ökonomie (Digital Economy) – Als Treiber wirtschaftlichen Wachstums

Diese vierte industrielle Revolution, welche auf dem Internet of Everything Paradigma basiert, führt zur digitalen Ökonomie, beschrieben in Don Tapscotts Best-Seller "The Digital Economy". Äquivalent werden auch die Begriffe "Internet Economy", "The New Economy" oder "Web Economy" verwendet. Die Erkenntnis, dass die digitale Ökonomie die Weltwirtschaft nachhaltig beeinflussen wird, geniesst bei den Fachleuten eine breite Akzeptanz und Zustimmung. In zunehmendem Mass ist die digitale Ökonomie mit der traditionellen Ökonomie verbunden und eine klare Abgrenzung und Unterscheidung wird immer schwieriger.

Ein Indikator für neue Module aus der digitalen Ökonomie ist das Attribut "Smart". Wohl am Bekanntesten vom Begriff "Smart Phone", einem Mobile Phone, dass permanent mit dem Internet verbunden ist  und damit zu einem Internet of Everything Objekt geworden ist, über welches man mit vielen Leuten übers Internet verbunden sein, viele Web-basierte Prozesse abwickeln, auf viele Daten und Informationen über das Internet zugreifen kann, und sich mit vielen anderen Devices, die am Internet angeschlossen sind, im Machine-to-Machine Modus (M2M) austauschen können. Das Attribut "Smart" taucht aber auch auf, bei Smart Factory, Smart Energy, Smart Infrastructure, Smart Meter, Smart Grid, Smart Mobility und Smart Cities, dem wohl komplexesten Internet of Everything Modul. Das verbindende Element aller Smart Objekte und Module ist das Internet of Everything und die digitaler Ökonomie. In diesem Sinne lassen sich auch die neusten Begriffe aus dieser Smart-Begriffsfamilie verstehen wie "Smarte Strassenbeleuchtung" – propagiert als "Beleuchtung die mitdenkt", Smarte Abfallbewirtschaftung (Smart Waste Management), Smart Environmental Monitoring, Smarte Öffentliche Sicherheit (Smart Public Safety) etc.

Cloud Migration – ein Schritt in Richtung Digitale Ökonomie

Da Cloud Computing primär durch den Skalierungsgedanken entstanden ist, steht die Möglichkeit zur Skalierung von IT Ressourcen mit Cloud Computing im Zentrum. Die wichtigsten Funktionen einer Cloud Architektur umfassen eine effiziente "Always On"-Infrastruktur mit elastischer Skalierbarkeit, eine integrierte Datensicherung, eine ausgefeilte System-Automation sowie die Fähigkeit zu einer transparenten Migration von Applikationen und Daten innerhalb der gesamten Infrastruktur.

Einer der grossen Vorteile, welche mit dem Einsatz von Cloud Computing erzielt werden kann, sind die Skaleneffekte, ein ökonomisches Prinzip, welches eine Produktivitätssteigerung und Kostenreduktion in Aussicht stellt, im Mass wie es gelingt, den Output zu steigern mit geringeren Produktionsfaktoren auf der Inputseite. Die durch Cloud Computing mögliche bessere Ausnutzung von IT Ressourcen, erlaubt es, mit geringeren Finanzmitteln für IT Ressourcen mehr Leistungen in Form von IT Services zu erzeugen.

Eine wachsende Anzahl von Unternehmen wagt den Schritt in die Cloud, weil sie sich damit im Markt flexibler verhalten, rascher auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren, neue Produkte rascher entwickeln und auf dem Markt bringen sowie effizienter vermarkten und damit auch einen Schritt in Richtung digitaler Ökonomie realisieren können. Treiber für die stark wachsende Zahl an Unternehmen, die eine Cloud Migration eingeleitet haben, sind die sehr kurzen Implementierungszyklen, das Wegfallen hoher IT-Investitionen, die Einsparung von Betriebskosten, generell die grössere Flexibilität und Agilität im Business.

Die Cloud Migration reiht sich bezüglich erzieltem Nutzen in die grosse Tradition von Technologie-Innovation ein, welche zu einer markanten Produktivitätssteigerung bei wirtschaftlichen Tätigkeiten führt. Chronologisch wie funktional ist Cloud Computing und dessen Nutzung durch Cloud Migration der vierten industriellen Revolution zuzurechnen, weil sie auch auf dem Internet bzw. dem Internet of Everything aufsetzt und zu einem Megatrend geworden ist.

Eine Cloud Business Strategie legt die Roadmap der Cloud Migration fest. Mit der Umsetzung wird eine gute Voraussetzung geschaffen, das Internet of Everything zu erschliessen und kommerziell zu nutzen und dabei den Einstieg in die digitale Ökonomie erfolgreichen zu gestalten.

Herbert Wanner - Beirat auf Energie-Finder Schweiz


von:  Dr. Herbert Wanner


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